Podiumsgespräch

Blick in die Zukunft und über den Tellerrand: Das IK-SYMPOSIUM 2016 „Big Data – wirklich allwissend? Chancen, Anwendungen und Risiken“

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IK-Symposium 2016

Big Data ist mehr als ein Hype. Big Data ist in etlichen Branchen Realität – auch und vor allem in der Finanzwelt. Wie stark ist der Einfluss, den Big Data bereits heute auf unseren Alltag und unsere Arbeit besitzt? Wie sieht unsere Zukunft mit Big Data aus? Wie wird die Technologie angewendet, wo liegen die Chancen, wo die Risiken?

Antworten auf diese Fragen lieferte das 21. IK-Symposium, das am 15. April 2016 beim Bundesverband Öffentlicher Banken (VÖB) in Berlin stattfand. Eingeladen waren die renommierten Big Data-Experten Susanne Dehmel, Dr. Volker Stümpflen, Klaus Fabits und Prof. Dr. Klaus Mainzer. Zu der Veranstaltung reisten rund 70 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in die deutsche Bundeshauptstadt.

 


 


Einführung durch Prof. Dr. Liane Buchholz, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Öffentlicher BankenProf. Dr. Liane Buchholz, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Öffentlicher Banken

„Daten sind der Produktionsfaktor des 21. Jahrhunderts“, sagte Buchholz in ihrer Eröffnungsrede. Die Banken, die einen sinnvollen Umgang mit Daten hinbekämen, seinen in Zukunft die Gewinner.

 

 

 



Monika Heim und Stefan Liboschik, IK-VorstandMonika Heim und Stefan Liboschik, IK-Vorstand

„Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist einen Spannungsbogen von den Chancen über die Anwendungen bis zu den Risiken von Big Data zu ziehen. Die Vorträge waren vielfältig und voller interessanter Aspekte. Wir konnten wieder einmal zeigen, dass das IK-Symposium das Potential besitzt, Innovationen anzustoßen – und uns Information Professionals den wichtigen Blick über den Tellerrand zu ermöglichen.“


 

DIE VORTRÄGE



Vortrag von Susanne DehmelSusanne Dehmel, Mitglied der Geschäftsleitung beim Digitalverband Bitkom e.V., gab einen Überblick über den Einsatz von Big Data. Sie stellte eine Bitkom-Studie vor, nach der für neun von zehn deutschen Unternehmen die Digitalisierung relevant ist und als Chance begriffen wird. Die Automobilbranche ist Vorreiter bei der Nutzung und Planung von High-End-Datenanalysen. Versicherungen liegen auf Platz zwei, die Banken im Mittelfeld des Branchenvergleichs. Dehmel zeigte, wie Big Data-Technologien die Lebenserwartung von Tumorpatienten oder Zeitvorteile für Versicherungen erhöhen können. Außerdem präsentierte sie von der Bitkom aufgestellte Leitlinien für den Umgang mit Big Data. „Eine Big Data-Anwendung sollte nicht nur für das Unternehmen einen Nutzen haben, sondern immer auch für Verbraucher, Kunden oder die Gesellschaft“, sagte sie.


Vortrag von Dr. Volker StümpflenKredite, die aufgrund von Facebook-Profilen vergeben oder verweigert werden? Online-Payment-Systeme, die schon heute wissen, was Sie morgen um 16 Uhr tun werden? Webshops, die zu jedem gekauften Produkt direkt die passende Versicherung anbieten? Das alles ist längst Realität, sagte Dr. Volker Stümpflen, Director of Data Science bei der Sanostro AG, in seinem Vortrag „Big Data als Game Changer – Anwendungen und Chancen am Beispiel der Finanztechnologie (FinTech)“. Kunden sollten sich darüber bewusst sein: Wenn ein Dienst nichts kostet, ist der Kunde selbst (bzw. sind seine Daten) das Produkt. Geschäftsmodelle der FinTech-Unternehmen seien disruptiv – also Geschäftsmodelle, die Technologien von etablierten Marktteilnehmern (zum Beispiel von Banken) vom Markt verdrängen. Von einer Zukunft, in der die Maschinen übernehmen, will Stümpflen allerdings nichts wissen: „Die Technologien ziehen nicht immer die richtigen Schlüsse.“ Deshalb dürfte sich der Mensch niemals ausschließlich auf Big Data-Analysen verlassen.


Vortrag von Klaus FabitsKlaus Fabits, Director Center of Exellence bei SAS, zeigte in seinem Vortrag, wie man mit Analytics aus Big Data echtes Wissen erzeugt. So ist es mit der Technologie beispielsweise möglich, bereits vor der Markteinführung vorherzusagen, wie häufig sich ein Produkt verkaufen wird – oder exakt zu bestimmen, wann ein Gerät ausfallen und eine Naturkatastrophe eintreten wird.

 

 

 


Vortrag von Prof. Dr. Klaus MainzerProf. Dr. Klaus Mainzer von der TU München eröffnete einen wissenschaftlichen Blick auf das Thema. Einige Grundlagen von Big Data seien alt, führte er aus. Die mathematischen Modelle gäbe es schon lange. Doch Big Data-Algorithmen eröffnen neue Möglichkeiten in Analytik, Diagnostik und Prognostik. „Wir leben in einer Zeit der datengetriebenen Wissenschaft. Aber wenn Sie mich fragen, ob Big Data das Ende der Theorie sei, dann kann ich nur warnen“, sagte Mainzer. Falsche Datengläubigkeit führe in eine gefährliche Schieflage. „Wir müssen die Rahmenbedingungen bestimmen. Big Data muss sozial und ökologisch verträglich sein.“

 



Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion


In der abschließenden Gesprächsrunde diskutierte Dr. Rafael Ball, Direktor der ETH Bibliothek Zürich und IK-Beirats-Mitglied, mit den Referenten, ob Big Data die Arbeit von Information Professionals ersetzen kann. „Sicher nicht ganz“, sagte Professor Mainzer, „aber ohne Big Data geht es in Zukunft nicht.“ Die Frage: Big Data – Fluch oder Chance?, beantworteten alle Diskussionsteilnehmer einstimmig. Die Chancen würden überwiegen, man müsse jedoch verantwortungsvoll mit der Technologie umgehen, so die Einschätzung der Experten.

 


 

 

TEILNEHMERSTIMMEN

 

"Das Thema Big Data interessiert mich, weil es uns eine Welt zeigt, mit der wir leben und auf die wir reagieren müssen. Das IK-Symposium hat die vielfältigen Facetten von Big Data aufgezeigt – welche Branchen damit umgehen, wie die Wissenschaft damit umgeht und wie kleine und große Unternehmen jetzt schon an Lösungen arbeiten. Hochinteressant fand ich die Fallbeispiele, die die Referenten vorgestellt haben."
"Ich bin Bibliothekarin und Dokumentarin und habe digitale Services für Unternehmensbibliotheken weiterentwickelt. Big Data ist für Info-Profis schon lange ein Thema. Ich finde es spannend, welchen Weg die Finanzbranche geht, deshalb bin ich heute hier. Besonders interessant waren die vielen Praxisbeispiele in den Vorträgen. Ich bin im Vorstand des DGI und wir planen eine Veranstaltung zu einem ähnlichen Thema. Aus den Vorträgen von heute habe ich ganz viele Ideen dafür mitgenommen."

 

Teilnehmerstimme: Klaus Rohr, Partner von digitalface
Teilnehmerstimme: Elgin Helen Jakisch, U&B Interim-Services
Klaus Rohr, Partner von digitalface
Elgin Helen Jakisch, U&B Interim-Services

Impressionen vom 21. IK-Symposium

 

 

  • Einführung durch Prof. Dr. Liane Buchholz, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Öffentlicher Banken

    Einführung durch Prof. Dr. Liane Buchholz, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Öffentlicher Banken

  • Begrüßung der Teilnehmer durch Monika Heim und Stefan Liboschik, IK-Vorstand

    Begrüßung der Teilnehmer durch Monika Heim und Stefan Liboschik, IK-Vorstand

  • Einführung durch Monika Heim und Stefan Liboschik, IK-Vorstand

    Einführung durch Monika Heim und Stefan Liboschik, IK-Vorstand

  • Vortrag von Susanne Dehmel, Mitglied der Geschäftsleitung beim Digitalverband Bitkom e.V.

    Vortrag von Susanne Dehmel, Mitglied der Geschäftsleitung beim Digitalverband Bitkom e.V.

  • Vortrag von Dr. Volker Stümpflen, Director of Data Science bei der Sanostro AG

    Vortrag von Dr. Volker Stümpflen, Director of Data Science bei der Sanostro AG

  • Vortrag von Dr. Volker Stümpflen

    Vortrag von Dr. Volker Stümpflen

  • Blick ins Publikum

    Blick ins Publikum

  • Vortrag von Klaus Fabits, Director Center of Exellence bei SAS

    Vortrag von Klaus Fabits, Director Center of Exellence bei SAS

  • Vortrag von Prof. Dr. Klaus Mainzer von der TU München

    Vortrag von Prof. Dr. Klaus Mainzer von der TU München

  • Publikum Symposium 2016

    Publikum Symposium 2016

  • Pausengespräch zwischen IK-Mitglied Norman Schirmer und IK-Beirat Prof. Dr. Rossbach

    Pausengespräch zwischen IK-Mitglied Norman Schirmer und IK-Beirat Prof. Dr. Rossbach

  • Podiumsdiskussion mit den Referenten und Moderator Dr. Rafael Ball

    Podiumsdiskussion mit den Referenten und Moderator Dr. Rafael Ball

  • Die Referenten und der Moderator Dr. Rafael Ball (2. von r.)

    Die Referenten und der Moderator Dr. Rafael Ball (2. von r.)

 Bilder-Copyright: Andreas Neßlinger